Mögliche Betreuungsorte in der Kindertagespflege

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1. Kindertagespflege im Haushalt der Betreuungsperson

Diese Kindertagespflege ist die klassische Form. Vom öffentlichen Träger muss nach Feststellung der Eignung eine Pflegeerlaubnis für genau diese Räumlichkeiten erteilt werden. In der Pflegeerlaubnis wird auch die Anzahl der Kinder, die betreut werden dürfen, fest geschrieben. Nichtsdestotrotz besteht zwischen den personensorgeberechtigten Eltern und der Betreuungsperson eine privatrechtliche Grundlage.


2. Kindertagespflege im Haushalt der Personensorgeberechtigten

Betreuungspersonen, die im Haushalt der Personensorgeberechtigten betreuen, benötigen keine Pflegeerlaubnis. Eine Pflegeerlaubnis ist sozusagen die moderne Form des bereits im 19. Jahrhundert bestehenden Erlaubnisvorbehaltes: sie gilt als generelle Aussage über die Mitverantwortung des Staates bei der Erziehung von Kindern außerhalb des Elternhauses.

Wenn jedoch im elterlichen Haushalt betreut wird, geht der Gesetzgeber davon aus, dass der Einblick der Eltern in das Geschehen und ihre Einflussnahme ausreichend gewährleistet ist, sodass es keiner öffentlichen Aufsicht bedarf.

Wer im Haushalt der Personensorgeberechtigten betreuen möchte, unterliegt den selben Eignungsvoraussetzungen wie Kindertagespflegepersonen, die vom öffentlichen Träger eine Pflegeerlaubnis erhalten.

In der Regel wird bei dieser Form ein Angestelltenverhältnis begründet, da die Tätigkeit als weisungsbefugt eingestuft wird. Es gilt der gesetzliche Mindestlohn.


3. Großtagespflege und Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen

Kindertagespflege in anderen Räumen bedeutet die Betreuung in Räumlichkeiten, die nicht vorwiegend bewohnt werden.

Um eine Großtagespflegestelle handelt es sich, wenn sich 2 Kindertagespflegepersonen zusammen schließen und in denselben Räumen betreuen. Der familiäre Charakter sowie die für die Kindertagespflege typische persönliche Zuordnung der Kinder zu einer Betreuungsperson sollen gewahrt bleiben.

Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Pflegeerlaubnis sind mit den Voraussetzungen aus der klassischen Form der Kindertagespflege identsich. Hinzu kommt, dass in der Regel Erfahrungen in der Betreuung mehrerer fremder Kinder unter 3 Jahren nachgewiesen werden muss.

Die räumlichen Voraussetzungen, die Bestimmungen für die Außenbereiche und die Sicherheitsvoraussetzungen unterliegen anderen Maßstäben als in der privaten Kindertagespflege. Beispielsweise muss vor der Erteilung einer Pflegeerlaubnis geklärt werden, ob eine baugenehmigungspflichtige Nutzungsänderung im Sinne von § 68 der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) für die Räumlichkeiten beantragt werden muss.